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Informationen für Ärzte / Ärztinnen

Warum sind ergänzende Heilmittel sinnvoll?

Änderungen der Heilmittel-Richtlinie 2017 gegenüber 2011

Folgend finden Sie einen Überblick über die wesentlichen Änderungen der Heilmittel-Richtlinie 2011 zum 19.05.2016 gültig ab 01.01.2017 bzw. 01.07.2017.


Langfristiger Heilmittelbedarf

Die Heilmittel-Richtlinie wurde um die Anpassung der Regelung des langfristigen Heilmittelbedarf § 8a ergänzt. Die Änderung tritt zum 01.01.2017 in Kraft.

Neu ist, dass bei den in der Anlage 2 gelisteten Diagnosen in Verbindung mit der jeweils aufgeführten Diagnosegruppe des Heilmittelkatalogs vom Vorliegen eines langfristigen Heilmittelbedarfs im Sinne von § 32 Abs. 1a SGB V auszugehen ist. Ein Antrags- und Genehmigungsverfahren entfällt.

  1. a) Langfristiger Heilmittelbedarf (§ 32 Absatz 1a SGB V) liegt vor, wenn sich aus der ärztlichen Begründung die Schwere und Langfristigkeit der funktionellen/strukturellen Schädigungen, der Beeinträchtigungen der Aktivitäten und der nachvollziehbare Therapiebedarf ergeben.
  2. b) Bei den in der Anlage 2 gelisteten Diagnosen in Verbindung mit der jeweils aufgeführten Diagnosegruppe ist von einem langfristigen Heilmittelbedarf auszugehen. Ein Antrags- und Genehmigungsverfahren findet nicht statt.
  3. c) Bei vergleichbaren, aber nicht in Anlage 2 gelisteten schweren dauer-haften funktionellen/strukturellen Schädigungen, ist ein Antrags- und Genehmigungsverfahren erforderlich.
  4. d) Eine vergleichbare schwere dauerhafte funktionelle/strukturelle Schädigung kann bei Erkrankungen und Diagnosegruppen mit prognostisch kurzzeitigem Behandlungsbedarf ausgeschlossen werden.
  5. e) Von einer Dauerhaftigkeit oder Langfristigkeit ist auszugehen, wenn ein Therapiebedarf mit Heilmitteln von mindestens einem Jahr medizinisch notwendig ist.
  6. f) Die Genehmigung kann unbefristet erfolgen, mehrere Jahre umfassen, darf aber ein Jahr nicht unterschreiten.
  7. g) Für Versicherte mit langfristigem Heilmittelbedarf können die dauerhaft notwendigen Heilmittel als Verordnungen außerhalb des Regelfalls verordnet werden, ohne dass der Regelfall durchlaufen werden muss.

 

Änderungen im Heilmittelkatalog

Bei der Zuordnung der Heilmittel zu Indikationen wurden einige Änderungen vorgenommen.

Die wesentlichen Änderungen sind:

  1. a) Im Verzeichnis der gebräuchlichsten Abkürzungen im Heilmittelkatalog wurde die Bezeichnung für „KG-Muko“ durch „Krankengymnastik zur Behandlung von schweren Erkrankungen der Atmungsorgane, z.B. bei Mukoviszidose oder bei Lungenerkrankungen, die der Mukoviszidose vergleichbare pulmonale Schädigungen aufweisen“ ersetzt.
  2. b) Bei der Diagnosegruppe „Chronifiziertes Schmerzsyndrom CS“ wurde bei der Heilmittelverordnung im Regelfall „KTM“ durch „KMT“ ersetzt.
  3. c) Bei den Diagnosegruppen „AT1/AT2/AT3 Störungen der Atmung“ wurde bei der Leitsymptomatik „c“ „spastische Atmungsstörungen“ durch „obstruktive Ventilationsstörungen“ ersetzt.
  4. d) Bei der Diagnosegruppe „AT3 Störungen der Atmung bei Mukoviszidose“ wird „Muskoviszidose“ durch „Mukoviszidose“ ersetzt.
  5. e) Bei den Diagnosegruppen „LY2 Lymphabflussstörungen“ und „LY3 Chronische Lymphabflussstörungen bei bösartigen Erkrankungen“ wurde bei der Heilmittelverordnung im Regelfall „MLD-30“ vor „MLD-45/MLD-60“ gestellt.

 

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