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Informationen für Patienten / Patientinnen

Grundsätzlich könnte man alle Mittel, die der Heilung einer Krankheit dienen, als Heilmittel bezeichnen.

Die Sozialgesetzgebung hat im Zusammenhang mit der gesetzlichen Krankenversicherung den Begriff der Heilmittel jedoch in einem speziellen Sinne verwendet und geprägt.

Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung haben neben einem Anspruch auf ärztliche Behandlung u.a. auch Anspruch auf Arznei- und Verbandsmittel (§31 SGB V) und auf die Versorgung mit Heilmitteln (§32 SGB V).

Heilmittel sind in diesem Sinne Maßnahmen (Behandlungen), die durch einen Therapeuten persönlich erbracht werden und die einem der folgenden Therapiebereiche zuzuordnen sind:

betreffen nur Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen. Da jedoch der Großteil der Bevölkerung in der Bundesrepublik bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, betreffen Änderungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) immer den Großteil aller Krankenversicherten und den Großteil der Akteure im Gesundheitswesen.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat als Solidargemeinschaft die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern (§1 SGB V).

Um dieses Ziel zu erreichen, können Versicherte Sach- und Dienstleistungen erhalten (§2 SGB V). Heilmittel zählen zu den Dienstleistungen.

Dienstleistungen, wie z.B. Heilmittel, werden von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in der Regel nicht selbst erbracht, sondern von Dienstleistern, die auch als Heilmittelerbringer bzw. Leistungserbringer bezeichnet werden.

Vertragsärzte der GKV können Heilmittel verordnen. Der Arzt bestimmt in diesem Fall, dass der Versicherte Heilmittel-Dienstleistungen auf Kosten seiner Krankenkasse erhalten kann. Das Verordnungsverhalten der Vertragsärzte bestimmt somit die Kosten der Krankenkassen.

Das Sozialgesetzbuch legt deshalb fest, dass GKV und Ärzte Richtlinien über eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten erarbeiten (§92 SGB V).

Neben Richtlinien für die ärztliche Behandlung, die Verordnung von Arzneimitteln usw. sind u. a. auch Richtlinien über die Verordnung von Heilmitteln zu erstellen.

Diese Richtlinien wurden zum 1.7.2001 sehr umfassend überarbeitet.

Zum 1.7.2004 und zum 01.07.2011 sowie 30.05.2017 trat eine wiederum überarbeitete Fassung der Heilmittelrichtlinie in Kraft.

Diese regelt exakt, wie Vertragsärzte der gesetzlichen Krankenkassen Heilmittel für Versicherte verordnen können.

Heilmittel dürfen an Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung nur durch solche Dienstleister erbracht werden, die durch die GKV zugelassen sind (§124 SGB V). Die weiteren Beziehungen zwischen der GKV und den Leistungserbringern von Heilmitteln sind in §125 SGB V geregelt.

Gesetzliche Krankenkassen (GKV)

werden in der Bundesrepublik zum Großteil von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) getragen. Dies ist darin begründet, dass für den Großteil der Bevölkerung eine Pflicht zur Krankenversicherung bei einer gesetzlichen Krankenversicherung besteht (§5 SGB V).

Die „Heilmittelrichtlinien“ bestimmen nur, welche Heilmittel in welchen Mengen von Vertragsärzten der GKV für Versicherte der GKV verordnet werden können.

Private Krankenkassen (PKV)

sind Personen, deren Einkommen über einer bestimmten Bemessungsgrenze liegt. Diese Personenkreise decken das Risiko von Heilungskosten in der Regel über eine private Krankenversicherung ab.

Beihilfe

Die Beihilfesätze oder genauer die beihilfefähigen Höchstbeträge sind Obergrenzen für die Erstattung von Heilmittelkosten von beihilfeberechtigten Personen.

Beamte sind nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, sondern erhalten einen Teil ihrer Krankenkosten über ihren Arbeitgeber – den Staat – in Form der Beihilfe erstattet. Für die Restsumme bestehen in der Regel private Zusatzversicherungen.

Unfall- und Rentenversicherungsträger

Bestimmte Heilungskosten werden zudem von Unfall- und Rentenversicherungsträgern übernommen.

Berufsgenossenschaften

Für Versicherte (Versicherungsfälle) der Berufsgenossenschaft kommen andere Regelungen zur Übernahme der Heilungskosten zum Tragen.

Individuelle Gesundheitsdienstleistungen (IGel)

Bei Individuellen Gesundheits-Leistungen (IGeL) handelt es sich um medizinische Leistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden und deshalb vom Patienten selbst (Selbstzahlerleistungen) bezahlt werden müssen.

Hinweis:
IGel sind Leistungen, bei denen Nutzen und Schaden nicht ausreichend geprüft sind, ansonsten wäre eine solche Leistung bereits im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen enthalten!

Siehe hierzu auch: www.igel-monitor.de

Wahl- und Serviceleistungen

Als Wahlleistung werden auch als Selbstzahlerleistungen bezeichnet und beinhalten medizinische Dienstleistungen, die von der vorgesehenen Standardbehandlung abweichen und diese sinnvoll ergänzen.

Wahlleistungen sind damit Leistungen, die nicht der medizinisch notwendigen Versorgung dienen, die als gesetzliche Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden.

Serviceleistungen sind zusätzliche durch uns erbrachte Leistungen wie

  • Kostenlose Benutzung von Handtüchern für ihre Behandlung
  • Kostenloses WLAN und Wasser zum Trinken
  • Kostenloser Erinnerungsservice an Ihren Termin

Kostenpflichtiger Service:

  • Rezeptmanagement bei falsch ausgestellten Heilmittelverordnungen
  • Ausführlicher therapeutischer Bericht an Ihren behandelnden Arzt/Ärztin
  • Behandlung durch den/die leitende/n Chef-Therapeut/In

Ergänzende Heilmittel – Zusatzleistungen

Leistungserbringer der Heilmitteltherapie erbringen ihre Selbstzahler-Leistungen als fortführende Leistung zur GKV. Es handelt sich hierbei nicht um fachfremde Leistungen (wie bei einigen IGeL Angeboten von Ärzten), sondern um eine medizinisch sinnvolle und indizierte Fortführung oder Ergänzung Ihrer Therapie.

Wir sind zugelassener Heilmittelerbringer im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung sowie für alle weiteren Kostenträger.

Das Verhältnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu den Leistungserbringern für Heilmittel ist entsprechend §125 SGB V durch Rahmenempfehlungen zwischen den Heilmittelerbringern und der GKV zu regeln.

Die Rahmenempfehlungen sind Grundlage der Vertragsverhandlungen auf Landesebene.

Diese Rahmenempfehlungen wurden zwischen den Berufsverbänden der Heilmittelerbringer und der GKV verhandelt.

In den Rahmenempfehlungen sollen insbesondere folgende Punkte geregelt werden:

  • Inhalt der einzelnen Heilmittel einschließlich Umfang und Häufigkeit ihrer Anwendungen im Regelfall sowie deren Regelbehandlungszeit,
  • Maßnahmen zur Qualitätssicherung, die die Qualität der Behandlung, der Versorgungsabläufe und der Behandlungsergebnisse umfassen,
  • Inhalt und Umfang der Zusammenarbeit des Heilmittelerbringers mit dem verordnenden Vertragsarzt,
  • Maßnahmen der Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung und deren Prüfung und
  • Vorgaben für Vergütungsstrukturen
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